Logistikunternehmen weiht 2,43-Megawatt-Eigenverbrauchsanlage ein


Der Logistiker Nagel Group hat auf seinem Lebensmittellager in Bochum zwei Solarstromanlagen mit zusammen 2,43 Megawatt Leistung in Betrieb genommen, die jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden liefern sollen. Projektiert und installiert wurde die Anlage binnen acht Wochen von der Solar-E-Technik Hamm GmbH aus Hamm. Zum Einsatz kommen Module und Unterkonstruktionen von Viessmann. Der Solarstrom wird direkt vor Ort für die Kühlung verbraucht. »Kühllogistik ist ein energieintensives Unterfangen. Daher setzen wir unser Engagement fort, um die benötigte Energie über eigene Anlagen selbst zu produzieren«, erklärt Björn Schniederkötter, Geschäftsführer der Nagel Group. Eine Einspeisevergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird nicht in Anspruch genommen und wäre bei dieser Anlagengröße auch nur über das Ausschreibungsverfahren möglich. Für Andreas Strathaus, Vertriebsleiter von Solar-E-Technik Hamm, ist das Projekt ein gelungenes Beispiel dafür, dass sich große Dachanlagen auch dann lohnen, wenn sie außerhalb des EEG finanziert werden: »Vorraussetzung sind jedoch ein hoher Eigenverbrauchsanteil sowie Stromkosten zwischen 17 und 20 Cent je Kilowattstunde.« Bei geringerem Eigenverbrauch »wird es schwierig« so Strathaus.
alternativer_text
Kühllager der Nagel Group: Ein Teil des benötigten Stroms wird jetzt durch Solaranlagen erzeugt

Die Investitionssumme für das gesamte Projekt gibt Nagel mit rund zwei Millionen Euro an, also rund 826 Euro je Kilowatt. Wenn die Vorraussetzungen vor Ort stimmen, sind Dachanlagen dieser Größenordnung inzwischen aber auch deutlich günstiger zu haben, sagt Strathaus und nennt Preise von »deutlich unter 700 Euro je Kilowatt«. Bei der Nagel Group wird man die Preisentwicklung aufmerksam verfolgen: Eine weitere freie Dachfläche biete genug Platz, um die Anlage noch mal um rund 30 bis 40 Prozent zu vergrößern. aksteiner

Quelle: PHOTON Ausgabe 10/2020

Wertstoffhof in Bönen produziert jetzt eigenen Strom

alternativer_text

Auf dem GWA-Hof kommt der Strom vom Dach. Klimaschutzmanager René Böhm, Bürgermeister Stephan Rotering, GWA-Geschäftsführer Andreas Gérard und Projektingenieur Patrick Altenfeld stellten die PV-Anlage vor. © Pinger Sabine

Auf dem Dach des Wertstoffhofes in Bönen wird jetzt Sonnenenergie produziert. Gestern nahmen Vertreter von GWA und Gemeinde die insgesamt 30 Photovoltaikmodule in Betrieb.

Bönen – Die Hauptdarstellerin fehlte bei der Vorstellung der neuen Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem GWA-Wertstoffhof. Doch auch wenn die Sonne es am frühen Donnerstagnachmittag nicht durch die dicken Regenwolken schaffte, waren Bönens Klimaschutzmanager René Böhm, Bürgermeister Stephan Rotering, GWA-Geschäftsführer Andreas Gérard und Projektingenieur Patrick Altenfeld von der GWA zufrieden. Zwei Stunden zuvor war die Anlage in Betrieb gegangen und schon produzierte sie Strom – trotz des Regens.

„Wir sind froh, dass wir vor Ort unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten können“, sagte Stephan Rotering. In der Gemeinde gebe es allerdings noch reichlich Potenzial für die Nutzung der Sonnenenergie. René Böhm hatte dazu die passenden Daten parat. „Zurzeit sind 424 PV-Anlagen im Gemeindegebiet mit einer Leistung von 7989,71 Kilowatt Peak (kWp) verbaut. Viele weitere Dächer würden sich aber dafür anbieten“, so der Klimaschutzmanager.


Förderprogramm für Anlagen auf privaten Dächern

Interessierte könnten im Solardachkataster auf der Internetseite www.solar.metropole.ruhr abfragen, ob sich die Installation auf ihrer Immobilie lohnt. Die Gemeinde fördert die Anlagen auf privaten Dächern mit je 300 Euro, Gewerbetreibende erhalten 500 Euro.

Die Anlage auf dem Wertstoffhof wurde ebenfalls gefördert aus dem Landesprogramm „Solarmetropole Ruhr“ und hat eine Leistung von 9,75 kWp. Sie soll künftig etwa 9000 kWh produzieren. „Primär geht es uns um den Eigenverbrauch, der etwa bei einem Drittel liegt“, erklärte GWA-Mitarbeiter Patrick Altenfeld, der den Aufbau für den Entsorgungsbetrieb begleitet hat. „Der Überschuss wird ins Netz eingespeist“, ergänzte sein Chef Andreas Gérard. Dafür erhält die GWA nach der aktuellen Einspeisevergütung 8,77 Cent pro kWh.

Wer dem guten Beispiel der GWA folgen möchte, findet weitere Informationen auf der Internetseite www.boenen.de/bauen-wirtschaft-und-umwelt/klimaschutz-und-klimaanpassung/solarmetropole-ruhr/. Fragen dazu beantworten René Böhm unter der Telefonnummer 93 33 54 oder Maximilian Drexler, Rufnummer 93 33 07.

Quelle: https://www.wa.de/ vom 04.09.2020